Emil Ranzenbiehler wurde 1893 als drittes von 7 Kindern des Volksschullehrers Friedrich Ranzenbiehler und seiner Frau Margarethe in Altlandsberg bei Berlin geboren. Nach seinen eigenen Angaben soll er wohl mit dem bekannten Geologen Richard Carl Georg Lepsius (1851 - 1915) entfernt verwandt gewesen sein und diesen wohl auch einige Male getroffen haben. Über seine Jugend und Ausbildung ist ansonsten wenig bekannt. Später berichtet er, daß er nach dem Besuch der Mittelschule die Sekundarreife erlangte und daraufhin eine kaufmännische Ausbildung absolvierte, jedoch schon sehr bald durch sein grundlegendes  Interesse für naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen auffiel. Auf Grund der begrenzten finanziellen Mittel seines Elternhauses blieb ihm die höhere Reife und ein angestrebtes Studium der Geologie und Physik jedoch zunächst verwehrt. 1910 fand er eine Anstellung in der Kolonialwarenhandlung Meyersohn & Co. in Berlin-Lichtenberg und wurde 1912 zur Ableistung seiner Wehrpflicht als Rekrut zum Feldartillerieregiment Nr. 71 nach Marienwerder in Westpreussen eingezogen.

Ranzenbiehler etwa 1901 R.C.G.Lepsius

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Ranzenbiehler mit seiner Einheit nach Ostpreussen kommandiert und offensichtlich schon im September 1914 bei der Schlacht an den Masurischen Seen schwer am Kopf verwundet. Nach einem längeren Lazarettaufenthalt wurde er im Frühjahr 1915 als bedingt genesen entlassen, jedoch für weiteren Militärdienst als untauglich befunden. Durch die Fürsprache seiner Vorgesetzten wurde es ihm nun aber ermöglicht, das Kriegsabitur abzulegen. In der Folge ließ er sich an der Humboldt-Universität zu Berlin in der Sektion Geographie ins Studienregister eintragen. Wohl auf Grund seiner erlittenenen Kriegsverletzung kam es jedoch bald schon zu mentalen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten, die ihm die angestrebte Fortführung des Studiums versagten. Daraufhin versuchte er sich in verschiedenen Stellungen im Berliner Osten eine halbwegs bürgerliche Existenz aufzubauen, was aber immer wieder durch seine labile Gesundheit und damit verbundene mentale Störungen beeinträchtigt wurde.

Beim Militärdienst (Kreuz), etwa 1913
So war er unter anderem als Primarlehrer, Postausträger, Amtsdiener und auch als Hilfspolizist tätig. Seine freie Zeit verbrachte er nun in einer Art Selbststudium und eifriger Nutzer öffentlicher Bibliotheken. Er interessierte sich für die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie auch für historische Schriften. In diese Zeit fällt auch seine erste Bekanntschaft mit den Schriften des Universalgelehrten Caspar Isenkrahe (1844-1921), als auch allgemein mit den Ideen des Pantheismus. In der Folge entwickelte Ranzenbiehler darauf aufbauend bald selbst eine Theorie der Ökosphäre, die er er 1919 in seiner heute bislang nicht mehr auffindbaren Schrift "Vom Kleinen zum Grossen. Eine Theorie des Erdenrunds" darlegte. Diese Broschüre wurde wahrscheinlich in einer kleinen Auflage in der Buchdruckerei eines Kriegskameraden in Fürstenwalde gedruckt und anschließend von Ranzenbiehler selbst verteilt.
C.Isenkrahe Roentgen-Aufnahme des Schädels von Emil Ranzenbiehler